Von einem der auszog …

5 09 2008

Die Geschichte ist so alt wie die zivilisierte Menschheit: Junger Mann verlässt erste Liebe in heimatlicher Idylle, zieht in die Welt, um Abenteuer zu erleben, scheitert und kommt wieder nach Hause.

So weit die Eckpunkte. Was die eigentliche Qualität dieser CD von Burk Heart ausmacht, sind die Strecken dazwischen. It’s good to be back home ist ein Kaleidoskop an Melodien, Harmonien und Klängen, die tief ins Ohr dringen und sich dort beharrlich einnisten. Mit einer Mischung aus erwachsenem Rock, Blues-, Funk- und Klassikelementen werden die unterschiedlichsten Stimmungen erzeugt: erwartungsvolle Zufriedenheit (Mary comes tomorrow), romantische Selbstverlorenheit (Slave of my heart), Resignation (Last time) oder weltvergessene Hoffnung (Two hearts).

Kein Zweifel, Burk Heart versteht es, Geschichten zu erzählen. Das dramaturgische Rüstzeug dazu hat er in den siebziger Jahren am Bochumer Schauspielhaus erhalten, damals die Kreativschmiede Deutschlands. Kein Geringerer als Peter Zadek hatte dort das Sagen. Mit Kobold, der legendären Bo-Band des Schauspielhauses, begleitete er Musicals und ging auf internationale Tourneen. Mit im Boot damals: Herbert Grönemeyer – noch am Anfang seiner Karriere und tief im Westen verwurzelt. Später dann schrieb Burk Heart selbst Musicals und vertonte sie.

Heute hat Burk Heart die Bühne mit dem Studio vertauscht. In klassischer Mike-Oldfield-Manier nimmt er – bis auf das Saxofon – sämtliche Instrumente selbst in die Hand, mixt, mastert und produziert alles in Eigenregie. Und er beherrscht sein Handwerk virtuos. Ob Troubadour, Rocker oder Revoluzzer – immer steht Poesie im Mittelpunkt seiner Songs. Burk Heart lebt, erlebt, durchlebt die Gefühle seines Protagonisten.

“It’s good to be back home” heißt es im vorletzten Song (Back to my hometown) und schon meint man, die Geschichte münde erwartungsgemäß in ein Happy End.. Irrtum! Das “Back to the roots”-Feeling entlarvt sich als Scheinidylle. Mit dem Schlusslied (I still care) entwirft Burk Heart eine beeindruckende Klangwelt innerer Zerrissenheit. Die Dämonen der Fremde dringen durch den Schutzwall heimischer Vertrautheit. “I am still worried about myself…” heißt es ganz zum Schluss. Das schreit geradezu nach einer Fortsetzung. Zu wünschen wäre das allemal.


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3 Antworten

17 08 2009
Alex + Nicky

Wir sitzen hier gemütlich in Hattingen (NRW) und lauschen Deiner Original CD mit beeindruckenden und ausdrucksvollen musikalischen Kreationen!! Wir sind sehr überrascht und verblüfft über soviel Talent! Einfach spitzenklasse und auf jedenfall weiter zu empfehlen!!

18 08 2009
Susanne

Ich hätte nicht gedacht, dass mir diese CD so gut gefällt. Kompliment an Burk Heart!

9 01 2011
rolf g.

warum bist Du so erstaunt , er ist bochumer, das sagt doch alles

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